Prag ist eine dieser Städte, in denen jede Straße wie eine Filmkulisse aussieht – und zu entscheiden, wie viele Tage man ihr widmet, ist nicht immer leicht. Ob du ein Wochenende oder fast eine ganze Woche hast: Dieser Prag-Reiseplan teilt die Stadt Tag für Tag auf, damit du die Highlights siehst, ohne die halbe Reise mit Planen zu verbringen.

Wie viele Tage braucht man für Prag?
Zwei Tage reichen für die großen Sehenswürdigkeiten: Altstadt, Karlsbrücke und Prager Burg. Mit drei Tagen kannst du es ruhiger angehen und Viertel entdecken, die die meisten Besucher auslassen. Ab vier Tagen passt auch ein Tagesausflug außerhalb der Stadt hinein. Wähle unten den Plan, der zu deiner Zeit passt.
2 Tage in Prag: das Wichtigste
Bei einem Wochenendtrip konzentrierst du dich auf Altstadt und Burg. Zusammen vereinen diese beiden Gebiete die meisten historischen Wahrzeichen der Stadt.
Tag 1: Altstadt, Karlsbrücke und Jüdisches Viertel
- Altstädter Ring und Astronomische Uhr: das historische Herz Prags, gesäumt von gotischen und barocken Gebäuden. Die Uhr läuft seit dem 15. Jahrhundert, und zu jeder vollen Stunde versammelt sich eine Menge, um den Umzug der mechanischen Figuren zu sehen.
- Pulverturm: eines der alten Tore zur Altstadt, über 600 Jahre alt und Startpunkt des Königswegs. Du kannst hinaufsteigen und hast einen anderen Blick über die Dächer.
- Karlsbrücke: Sie langsam zu überqueren, vorbei an ihren 30 Statuen und mit der Moldau unter dir, gehört in Prag einfach dazu. Komm bei Sonnenaufgang, wenn du sie ohne Menschenmassen erleben willst.
- Jüdisches Viertel (Josefov): eines der am besten erhaltenen jüdischen Viertel Europas, mit sechs historischen Synagogen und dem Alten Jüdischen Friedhof, auf dem jahrhundertelange Bestattungen auf engstem Raum die Grabsteine dicht aneinandergedrängt haben.

Wenn du die Geschichte hinter dem Gesehenen erfahren willst, ist die Free Walking Tour durch Altstadt und Jüdisches Viertel (auf Englisch) der einfachste Einstieg in deine Reise.

Tag 2: Prager Burg und Kleinseite
- Prager Burg und Veitsdom: laut Guinness-Buch der Rekorde das größte Burgareal der Welt. Plane für den Dom mit seinen gotischen Glasfenstern und dem Grab des heiligen Wenzel mindestens eine Stunde ein.
- Goldenes Gässchen: eine Reihe winziger, bunter Häuschen auf dem Burggelände. Hier lebten Handwerker und – so die Legende – Alchemisten im Dienst von Kaiser Rudolf II.
- Kleinseite (Malá Strana): Kopfsteinpflaster, Barockpaläste und Terrassengärten mit einigen der schönsten Ausblicke der Stadt. Wenn du schon da bist, schau bei der John-Lennon-Mauer vorbei, die seit den 1980er-Jahren mit Graffiti und Friedensbotschaften bedeckt ist.
Die Free Walking Tour zur Prager Burg und Kleinseite (auf Englisch) führt dich mit einem lokalen Guide zu allen dreien.
Tipp: Wenn du nur zwei Tage hast, buche für den ersten Vormittag eine Free Walking Tour. So bekommst du Hintergrundwissen und Orientierung, und der Rest der Reise wird viel einfacher.
3 Tage in Prag: ein ruhigeres Tempo
Folge dem 2-Tage-Plan oben und nutze den dritten Tag, um den belebtesten Orten zu entkommen und eine andere Seite der Stadt zu sehen.
Tag 3: Prags Viertel und Aussichtspunkte
- Vinohrady: ein Wohnviertel mit Jugendstilhäusern, guten Cafés und einem lokaleren Flair, fernab der Touristenmassen.
- Kampa-Insel: ein grüner Fleck an der Moldau, perfekt für einen gemütlichen Spaziergang oder eine Pause am Fluss.
- Aussichtsturm Petřín: mit der Standseilbahn von der Kleinseite aus erreichbar, mit dem besten Panoramablick über die Stadt. Stell ihn dir als Mini-Eiffelturm vor.
Tag 3 eignet sich auch gut für die Prager Neustadt, deren Geschichte im 20. Jahrhundert von der NS-Besatzung und der Samtenen Revolution geprägt wurde.

Drei Tage lassen auch Zeit für ein, zwei Museen oder einfach einen langen Kaffee mit Blick auf den Fluss, ganz ohne Termine. Und probier unbedingt die traditionelle tschechische Küche, zum Beispiel in einem der besten tschechischen Restaurants in Prag.
4 Tage oder mehr in Prag: ein Tagesausflug dazu
Mit vier Tagen kannst du über das Zentrum hinaus und Orte sehen, die viele Besucher verpassen. Einige der besten Optionen:
- Vyšehrad: viel ruhiger als die Prager Burg, mit ebenso schönem Blick über die Moldau. Auf dem Friedhof ruhen berühmte Tschechen wie der Komponist Dvořák.
- Tagesausflug nach Kutná Hora: mit dem Zug weniger als eine Stunde von Prag entfernt, bekannt für das Beinhaus von Sedlec, geschmückt mit den Knochen von mehr als 40.000 Menschen, und den beeindruckenden Dom der heiligen Barbara. Mehr dazu in unserem Ratgeber für einen Tagesausflug nach Kutná Hora.
- Žižkov: ein entspanntes, lokales Viertel mit dem eigenwilligen Fernsehturm, an dem riesige krabbelnde Babys des Künstlers David Černý hängen.
- Tagesausflug nach Karlsbad (Karlovy Vary): Tschechiens berühmtester Kurort, bekannt für seine heißen Quellen, Kolonnaden und sein elegantes Flair. Er liegt gut zwei Stunden von Prag entfernt und ist einer der beliebtesten Tagesausflüge des Landes.
- Tagesausflug nach Český Krumlov (Krumau): eine kleine mittelalterliche Stadt und UNESCO-Weltkulturerbe, mit einer Burg über der Moldau und einer Altstadt, in der die Zeit stehen geblieben scheint. Die Fahrt ist länger (etwa 2,5 bis 3 Stunden pro Strecke), plane also einen ganzen Tag ein.
Unterwegs in Prag

Der Nahverkehr in Prag ist effizient, sodass du alle Stationen dieses Reiseplans ohne Taxi verbinden kannst. Straßenbahn und Metro bringen dich fast überallhin. Unser Ratgeber zu den öffentlichen Verkehrsmitteln in Prag erklärt Tickets, Preise und wie du Bußgelder vermeidest.
Unser Tipp
Egal wie viele Tage du hast: Eine Führung am ersten Tag ist der schnellste Weg, dich zurechtzufinden. Du hörst die Geschichte der Stadt von einem Einheimischen und sparst Planungszeit für spätere Erkundungen auf eigene Faust. Schau dir unsere Free Walking Tours in Prag an und wähle die, die zu deinem Reiseplan passt.



